Bundeskoordinierungstreffen 2025
Unser diesjähriges Bundeskoordinierungstreffen (BKT) vom 21. bis 23. November stand unter dem Motto: „Ohne Wenn und Aber – konsequent für eine Welt der Freien und Gleichen“. Aus dem gesamten Bundesgebiet kamen Juso-Hochschulgrüppler*innen zusammen, um über aktuelle hochschulpolitische Herausforderungen zu diskutieren und gemeinsam die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung unseres Verbandes weiterzuentwickeln.
Ein zentraler Schwerpunkt des BKT war die Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit. Mit dem einstimmig angenommenen Antrag „Gegen rechte Angriffe von Trump bis AfD: Wissenschaftsfreiheit verteidigen!“ fordern wir alle demokratischen Parteien auf, Wissenschaftsfreiheit national wie international konsequent zu schützen. Wir solidarisieren uns ausdrücklich mit internationalen Studierenden und Forschenden, die zunehmend mit Repressionen, Einschränkungen und strukturellen Hürden konfrontiert sind. Gleichzeitig fordern wir auch in Deutschland eine Wissenschaft, die unabhängig von Drittmitteln und marktwirtschaftlichen Verwertungslogiken arbeiten kann.
Darüber hinaus haben wir mit der Annahme des Antrags “Der Gender Data Gap – Das Patriarchat macht auch vor den Daten nicht Halt” feministische Kritik an vermeintlich neutraler Forschung und Datenerhebung geübt. Wir machen deutlich, dass Frauen und genderqueere Personen in Wissenschaft, Technik, Medizin und Planung systematisch unzureichend berücksichtigt werden. Deshalb fordern wir eine geschlechtergerechte und inklusive Datenerhebung sowie die gesetzliche Verpflichtung zur Überprüfung von Algorithmen, KI-Systemen und technischer Entwicklung auf geschlechtsspezifische Verzerrungen.
Mit dem Antrag „Materialize it – unser Sozialismusverständnis“ haben wir zudem unser politisches Selbstverständnis geschärft. Darin machen wir deutlich, dass unsere Kapitalismuskritik immer an den strukturellen und materiellen Verhältnissen ansetzt. Statt Verantwortung auf Individuen abzuwälzen, analysieren wir die bestehenden Macht- und Eigentumsverhältnisse und eröffnen Perspektiven für eine grundlegende gesellschaftliche Veränderung.
Unsere diesjährigen Beschlüsse machen deutlich: Sozialismus, Feminismus und Internationalismus sind für uns keine leeren Schlagworte, sondern zentrale politische Leitlinien für unser Handeln. Sie bieten Orientierung in einer Zeit multipler Krisen und bilden die Grundlage für unsere Vision einer Gesellschaft der Freien und Gleichen.
Zu guter Letzt wurden auf dem BKT auch personelle Entscheidungen getroffen. Neben der Wahl eines neuen Bundesvorstands und der Antisexismuskommission wurde Johanna Dangloff für weitere zwei Jahre als Bundesgeschäftsführerin gewählt. Wir gratulieren allen Gewählten herzlich und freuen uns auf die gemeinsame Arbeit im kommenden Jahr.