Das Aus für die geplante BAföG-Anpassung wäre ein gebrochenes Versprechen an die junge Generation
Berlin, den 01.06.2026
Der Bundesverband der Juso-Hochschulgruppen kritisiert die Vorbereitung des Aus der Reform durch die Bundesforschungsministerin Dorothee Bär mit ihren jüngsten Äußerungen scharf.
Hierzu erklärt Maya Brandes, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:
„Die Erhöhung der Wohnkostenpauschale ist längst überfällig. Wer selbst diese minimale Entlastung stoppt oder relativiert, nimmt billigend in Kauf, dass Studierende ihre Ausbildung abbrechen, verschieben oder nur unter massiver finanzieller Belastung fortsetzen können. Wir fordern die Bundesregierung auf, die angekündigte Anpassung der Wohnkostenpauschale unverzüglich umzusetzen sowie, das BAföG insgesamt grundlegend zu reformieren.”
Benno Heuman, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen, ergänzt:
„Wer Studierende in dieser Lage als privilegiert darstellt, hat den Kontakt zur Realität verloren. Viele Studierende arbeiten nicht nebenbei, weil sie möchten, sondern weil Miete, Lebensmittel und Semesterkosten sonst nicht bezahlbar sind. Eine ausbleibende BAföG-Anpassung ist keine Sparmaßnahme ohne Folgen, sondern eine reale Verschlechterung zu Lasten derjenigen, die ohnehin am wenigsten Spielraum haben.“
Das BAföG ist das zentrale Instrument, um ein Studium unabhängig vom Geldbeutel der Eltern zu ermöglichen. Seit Jahren verliert die Förderung jedoch an Wirksamkeit, weil Bedarfssätze, Freibeträge und Wohnkostenpauschale der Lebensrealität von Studierenden hinterherlaufen. Wenn die Bundesregierung die angekündigte Reform nun ausbremst, verschärft sie soziale Ungleichheit im Bildungssystem und sendet ein klares Signal: Für Bildung und für junge Menschen ist im Zweifel kein Geld da.
Studierende erwarten keine weiteren Vertröstungen, sondern eine Studienfinanzierung, die ein selbstbestimmtes und gerechtes Studium tatsächlich ermöglicht.